Nationale Arbeitsbeziehungen und Lohnpolitik in der EU 2004-2014

Von der Tarifautonomie zum EU-Interventionismus?

Mesch Michael, Marterbauer Markus, Zuckerstätter Sepp

Buch

438 Seiten, 1. Auflage, 30.04.2015

Reihe: Wirschaftswissenschaftliche Tagungen der AK Wien 18

ÖGB-Verlag, ISBN 978-3-99046-139-6

kartoniert, 24,0 x 17,0 cm

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Nationale Arbeitsbeziehungen und Lohnpolitik in der EU 2004-2014

Von der Tarifautonomie zum EU-Interventionismus?

Mesch Michael, Marterbauer Markus, Zuckerstätter Sepp

Der Sammelband bietet einen Überblick über die nationalen Arbeitsbeziehungen und die Lohnpolitik in der EU vor und seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Er vereinigt Beiträge, die in den Jahren 2007 bis 2014 verfasst wurden, und eine aktuelle Einleitung.

Kollektive Arbeitsbeziehungen (sozialer Dialog, Kollektivverträge auf der Branchen-ebene, betriebliche Interessenvertretung etc.) waren bis zum Einsetzen der Krise 2008/09 wichtige Merkmale der kontinentaleuropäischen, der nordeuropäischen und der mediterranen Kapitalismusvariante.

Mit der schrittweisen Durchsetzung des finanzdominierten Kapitalismus ab den 1990er-Jahren unterlagen die Institutionen der kollektiven Arbeitsbeziehungen einer graduellen Erosion, wobei die nationalen Unterschiede sehr groß waren. Im Zuge der Krise verstärkte sich die neoliberale Ausrichtung der wirtschaftspolitischen Steuerung der EU, d. h. die Fokussierung auf Konsolidierung der öffentlichen Haushalte durch ausgabenseitige Kürzungen, auf Verbesserung der preislichen Konkurrenzfähigkeit durch Senkung der Arbeitskosten und auf Deregulierung und Flexibilisierung der Arbeitsmärkte. Im Bereich der Lohnpolitik erfolgte ein Paradigmenwechsel, nämlich von der Akzeptanz der Tarifautonomie hin zu einem EU-Interventionismus. Besonders betroffen von den Eingriffen in den nationalen Lohnpolitiken und den nationalen Kollektivverhandlungssystemen waren bislang die finanziell von der Troika unterstützten Krisenländer. Die postkeynesianische Analyse betont die Inkongruenz zwischen dem Nachfrageregime des Euroraums und der verfolgten Wirtschaftspolitik. Bei der Bekämpfung der akuten Deflationsgefahr in der Eurozone kommt einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik dieser Sichtweise gemäß eine wesentliche Rolle zu.
Finanzdominierter Kapitalismus, neoliberale Wirtschaftspolitik der EU und die Krise haben die Machtressourcen der Gewerkschaften in all ihren Dimensionen weiter geschwächt. Revitalisierungsstrategien der Gewerkschaften setzen deshalb auf die Erneuerung und Stärkung ihrer organisatorischen und gesellschaftlichen Ressourcen.

Mag. Dr. Markus Marterbauer ist Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien. Forschungsschwerpunkte: Makroökonomie, Konjunkturforschung, Verteilung, Wirtschaftspolitik.

Mag. Dr. Michael Mesch ist Mitarbeiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien und geschäftsführender Redakteur der Quartalszeitschrift „Wirtschaft und Gesellschaft“. Forschungsschwerpunkte: Arbeitsbeziehungen, Lohnpolitik, Verteilung, Beschäftigung.

Mag. Josef Zuckerstätter
ist Mitarbeiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien. Forschungsschwerpunkte: Verteilung, Lohnpolitik, Finanz-markt, Wirtschaftspolitik.

Nationale Arbeitsbeziehungen und Lohnpolitik in der EU 2004-2014

Von der Tarifautonomie zum EU-Interventionismus?

AutorInnen: Mesch Michael, Marterbauer Markus, Zuckerstätter Sepp

Verlag: ÖGB-Verlag

ISBN: 978-3-99046-139-6

Erscheinung: 30.04.2015

Auflage: 1. Auflage

Reihe: Wirschaftswissenschaftliche Tagungen der AK Wien

Bandnummer: 18

Produktart: Buch

Seiten: 438

Einband: kartoniert

Format: 24,0 x 17,0 cm

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